Ende Juni stand das Prüfungstraining für die Hundealltagstauglichkeit auf unserem Programm, denn im Juli wollte ich dann die Prüfung dazu absolvieren.
Es war heiß. Richtig heiß ☀️ und schon allein das Wort „Prüfungstraining“ ließ mein Herz schneller schlagen und meine Atmung flacher werden.
Mein Ziel war klar: Bei mir bleiben. Von Anfang bis Ende. Für mich. Für uns!
Ankommen – erstmal bei mir 🧘♀️
Als wir am Trainingsplatz ankamen, merkte ich sofort, dass Fin hektischer als sonst war.
Mein erster Impuls? Was ist mit ihm los? Doch dann dämmerte es mir – es war nicht er, sondern ich, denn ich war angespannt und Fin spiegelte mich einfach🪞.
Also blieb ich stehen, atmete, lächelte, schüttelte mich und sagte zu Fin: "Alles gut, ich hab’s kapiert."
Dann gingen wir los (ca. fünf Minuten Anmarsch bis zum Hundeplatz). Dort angekommen, suchte ich uns einen schattigen Platz und Fin war sofort präsent - er war da, weil ich da war!
Die Trainerin fragte mich, wie es mir gehe. Ich antwortete ehrlich: „On the Way.“
Von der Unsicherheit zur Klarheit 🌿
Als das zweite Team ankam, ging mein Gedankenkarussell wieder los: „Oh, so eine süße Hündin. Hoffentlich schafft Fin das …“
Doch diesmal sagte ich sofort: "Stopp!" Ich erkannte mein altes Muster. Es geht nicht um ihn. Es geht um mich. Ich darf bei mir bleiben.
Ich atmete tief durch, spürte meinen Körper, meinen Herzschlag – meine Bubble. Und plötzlich war eine tiefe Ruhe da. Konzentration. Verbindung 💞.
Schritt für Schritt – mit Vertrauen 🐶👣
Das Training begann mit den Pflegemaßnahmen und dem Anziehen des Maulkorbs. Alles klappte wunderbar. Ich wusste, was zu tun war – und war voll bei mir/ bei uns. Und wie durch ein Wunder: Auch Fin war bei mir. Die Hündin? Kein Thema.
Der einzige Kritikpunkt der Trainerin? „Denk dran, die Leine in die Hand zu nehmen!“ 😅
Ups! Ich war so tief in unserer Verbindung, dass ich sie schlicht vergessen hatte. Fin lief ohnehin eng und aufmerksam an meiner Seite – ganz ohne die Leine.
Der Moment, der alles veränderte 🌟
Dann folgte das Laufschema – mit und ohne Leine. Es war heiß, der Platz war frisch gemäht und mein junger Schnüffelprofi (Fin ist gerade mal 14 Monate alt 🐕🦺) liebt es alles in sich aufzusaugen. Meine Erwartungen? Sagen wir mal: "Eher gedämpft!" 😉
Aber: Ich blieb bei mir.
Die Trainerin gab zügig ihre Anweisungen. Früher hätte mich das aus dem Takt gebracht. Doch diesmal nicht. Ich nahm mir die Zeit, die ich brauchte. Bei jeder Wendung, bei jeder Übung – ich war da.
Im Moment. Im Hier und Jetzt. In unserer Verbindung.
Dann kam dieser kleine Stolperstein: eine besonders spannende Geruchsstelle. Fin driftete ab. Und ich? Erst: „Oh nein! Wut! Verzweiflung! Panik!“ 😤😩 Doch dann: Stopp. Atmen. Spüren. Handeln.
Ich blieb stehen, ging entspannt zu ihm, holte ihn ruhig ab und sagte ihm:
„Es ist ok. Ich bin wieder da.“ Und er? „Alles klar. Dann komm ich wieder mit.“
Und ab da lief’s einfach nur mehr rund und wir waren wieder ein echtes Team. 💪🐾Punkte? Nebensache 🥰
Im Feedback meinte die Trainerin, ich hätte ein paar Punkte wegen der Geruchsstelle verloren. Darauf lachte ich und sagte:
„Das kann ich gut verkraften – denn was der kleine Mann da grad abgeliefert hat, war einfach bombastisch!“
In meinem früheren Leben ging es oft nur um Leistung, Punkte, Perfektion 🏆, doch heute weiß ich:
Es geht ums gemeinsame Dasein und ums Miteinander erleben!
Und seien wir ehrlich: Wenn wir gemeinsam durch Herausforderungen gehen, uns zwar verlieren, aber uns immer wieder finden, dann haben wir doch schon längst gewonnen 💛.
Und dann... war Prüfungstag 🎓🐾
Anfang Juli war es dann so weit – Der Prüfungstag! Und was für einer 🌿🐾 Fin und ich haben die Hundealltagstauglichkeits-prüfung (HAT) - Sachkunde und HAT 1 in Kombi absolviert und ja – wir haben es geschafft. ✅ Aber viel wichtiger war für mich: WIE wir es geschafft haben. 🙏💫
Ich war zu Beginn ziemlich nervös. Mein Ziel war es, (wie oben bereits beschrieben) nicht einfach „zu bestehen“ – sondern bei mir/ bei uns zu bleiben. Mit Fin gemeinsam durch diese Prüfung zu gehen – achtsam, präsent, verbunden.
Nach der Begrüßung der Richterin, starteten wir also wie gewohnt mit den Pflegemaßnahmen und dem Maulkorbtragen. Fin war einfach grandios - und ich war da.
Wirklich da. Im Moment. Bei ihm/ bei uns. 💞
Dann kamen die Leinenführigkeit und die Freifolge. Jedoch war der Platz nun voller Klee und summender Bienen. Klingt idyllisch, oder? Doch für Fin, der als Welpe mehrfach gestochen wurde, sind Bienen ein echtes Thema…
Und plötzlich war sie wieder da: seine Panik. Und meine auch – denn alles, was ich noch sehen konnte, waren Bienen 🐝 und so brach Fin aus dem Laufschema aus - weil ich den "relevanten" Fokus verlor...
Früher hätte ich vermutlich einfach „funktioniert“, weitergemacht, durchgezogen. Aber diesmal nicht! Ich habe abgebrochen, seine Pfoten kontrolliert und war da – für ihn. Nicht für die Prüfung. Für uns. Und genau in diesem Moment kam er wieder zu mir zurück. Nach Beendigung des Check-Ups, lief er weiter an meiner Seite. Vertraute mir, dass ich auf ihn achte.
Dieser Moment... war so viel mehr als nur eine Übung, denn es war unser gemeinsamer Durchbruch. 💚
Diese Prüfung war für mich wie ein Sprung – raus aus alten Mustern, rein in eine neue Welt:
voller Liebe, gegenseitigem Vertrauen und tiefer Verbindung. 🌈
✨ Mein Learning aus diesem Tag
Manchmal glauben wir, wir müssten alles „im Griff“ haben – unseren Hund, die Situation, uns selbst.
Doch in Wahrheit liegt die größte Stärke im Zulassen: Gefühle wahrnehmen, im Durchatmen, und im bewussten wählen, wie wir agieren wollen.
💡 Wenn ich gut bei mir bin, kann auch mein Hund bei mir bleiben und 💛 Verbindung entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Präsenz.
🐾 Jeder Moment, in dem wir gemeinsam durch eine Herausforderung gehen, ist ein kleines Geschenk auf unserem Weg als Team.
Danke, dass ihr an unserem Wachstums-Moment teilhabt.
